CFS-Index geht deutlich zurück

Umsatz- und Ertragszuwächse in der Finanzbranche schwächer als im Vorquartal / Finanzinstitute bauen Stellen ab

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, geht im zweiten Quartal 2015 deutlich zurück. Nach einem Anstieg in den beiden Vorquartalen sinkt der CFS-Index von 115,5 Punkten auf 112,1 Punkte. Der Rückgang um 3,4 Punkte ist vor allem auf ein schwächeres Wachstum der Umsätze und Erträge in der Finanzindustrie sowie einen verminderten Anstieg der Investitionen in Produkt- und Prozessinnovationen zurückzuführen. Zudem haben die Finanzinstitute im zweiten Quartal Stellen abgebaut und rechnen für das laufende Quartal mit weiteren Einschnitten bei den Belegschaften.  

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland entwickelte sich nach Einschätzung der Umfrageteilnehmer auch im zweiten Quartal 2015 positiv. Der entsprechende Index-Wert erreicht mit 125,8 Punkten den zweithöchsten Stand seit Beginn der Umfrage im Jahr 2007.

„Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird von den Umfrageteilnehmern weiterhin zunehmend positiv eingeschätzt; dies ist nicht nur der zunehmenden Bedeutung Frankfurts als Regulierungszentrum der Finanzindustrie geschuldet, sondern auch der Konzentration von Finanzmarktaktivitäten auf immer weniger Finanzplätze in Europa“, interpretiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies und wissenschaftlicher Leiter der Umfrage, den Anstieg.

Geschäftsvolumen schwächer

Der Rückgang des CFS-Index ist teilweise auf die Entwicklung der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der befragten Finanzinstitute und Dienstleister im zweiten Quartal 2015 zurückzuführen, die weniger stark angestiegen sind als noch im Vorquartal. Der entsprechende Sub-Index geht bei den Finanzinstituten deutlich um 6,6 Punkte zurück und erreicht einen Wert von 111,5 Punkten. Die Dienstleister melden dagegen für das zweite Quartal nur einen geringen Rückgang ihres Umsatzwachstums um 0,9 Punkte. Der Sub-Index bleibt für diese Gruppe mit 122 Punkten auf einem hohen Niveau. Für das dritte Quartal 2015 rechnen beide Gruppen wieder mit einem leicht stärkeren Umsatzwachstum.

Nach einem Rückgang der Ertragszuwächse aller befragten Unternehmen im Vorquartal geht der Sub-Index Erträge auch im zweiten Quartal 2015 weiter zurück. In der Gruppe der Finanzinstitute fällt der entsprechende Sub-Index um 1,7 Punkte auf 106,2 Punkte und bei den befragten Dienstleistern um 5 Punkte auf 115,5 Punkte.

Geringeres Investitionswachstum

Zudem melden sowohl die befragten Finanzinstitute als auch die Dienstleister einen geringeren Anstieg des Investitionsvolumens im Vergleich zum Vorquartal. Der Sub-Index Investitionen in Produkt- und Prozessinnovationen fällt bei den Finanzinstituten um 7,2 Punkte deutlich auf nur noch 102,6 Punkte zurück. Die Dienstleister verzeichnen einen Rückgang um 2,5 Punkte auf 114 Punkte.

Bei den befragten Finanzinstituten bleibt der Sub-Index Mitarbeiter im zweiten Quartal 2015 unter der Schwelle von 100 Punkten, was einen Stellenabbau bedeutet. Der Sub-Index fällt um 6 Punkte merklich auf 95 Punkte. Auch für das laufende Quartal rechnen die Finanzinstitute mit Entlassungen. Im Gegensatz dazu stellten die Dienstleister auch im zweiten Quartal des Jahres weitere Mitarbeiter ein, der entsprechende Sub-Index erhöht sich gegenüber dem Vorquartal leicht um 1,3 Punkte auf 113,8 Punkte.


Pressemitteilung (PDF)