Financial Regulation: A Transatlantic Perspective

Kurz vor dem ersten Geburtstag der gemeinsamen europäischen Bankenaufsicht erscheint ein umfangreicher Sammelband, der die weitreichenden Reformen im Bereich der Finanzmarktregulierung, die aktuell in Europa umgesetzt werden, untersucht. Der Band “Financial Regulation: A Transatlantic Perspective”, erschienen bei Cambridge University Press, bietet einen Überblick über die jüngsten Änderungen in der Regulierung des Finanzsektors sowie eine Beurteilung des Zusammenspiels mit der Geldpolitik und des Einflusses beider sowohl auf Kreditvergabe als auch auf Sparverhalten und Verschuldung von Banken und Haushalten. Herausgegeben von Ester Faia, Andreas Hackethal, Michael Haliassos und Katja Langenbucher, Professoren an der Goethe-University Frankfurt, vereint der Band Beiträge von namhaften Wirtschafts- und Rechtswissenschaftlern sowie von Praktikern, die mit der Entwicklung der Reformen befasst sind. Die Entstehung des Buches wurde vom SAFE Policy Center und dem Center for Financial Studies unterstützt.

Der Sammelband bietet einen Vergleich zwischen den europäischen Erfahrungen aus der Finanzkrise und den darauf folgenden Veränderungen in der Finanzmarktregulierung sowie der Situation in den USA. Obwohl es Unterschiede zwischen den Reformen in Europa und den USA gibt, lassen sich auch viele Parallelen beobachten. Der erste Teil des Buches stellt Reformen heraus, die, in beiden Rechtssystemen, auf dem gemeinsamen Verständnis basieren, dass es eine Akzentverschiebung von mikro- zu makroprudentieller Regulierung bedarf, um systemisches Risiko auf Finanzmärkten einzudämmen. Im zweiten Teil zeigt das Buch Wege auf, die Lücken im europäischen Regulierungsapparat, insbesondere im Bereich des Anleger- und Kreditnehmerschutzes, zu schließen. Während der Dodd-Frank Act in den USA den Verbraucherschutz ausführlich regelt, muss ein solider und umfassender Rahmen für den Verbraucherschutz in Europa erst noch entwickelt und flächendeckend umgesetzt werden. Sowohl dieser Aspekt als auch die Regulierung der Banken haben bedeutende rechtliche Konsequenzen, von denen viele in den Beiträgen des Buches diskutiert werden.

Die Finanzmarktregulierung in Europa schreitet in beeindruckendem Tempo voran. Die forschungsbasierten Beiträge in diesem Buch helfen dem Leser, die gegensätzlichen Prioritäten und komplizierten Entscheidungen im Rahmen des Aufbaus der neuen europäischen Finanzmarktarchitektur zu verstehen und zu beurteilen, ob die neue Gesetzgebung das Finanzsystem stabiler machen und Wachstum und Wohlstand in Europa voranbringen kann.

Autoren: Ignazio Angeloni (Europäische Zentralbank), Luca Enriques (LUISS University Rome), Ester Faia (Goethe-Universität Frankfurt), Luigi Guiso (Einaudi Institute for Economics and Finance, Rome), Andreas Hackethal (Goethe-Universität Frankfurt), Michael Haliassos (Goethe-Universität Frankfurt), Gerard Hertig (ETH Zürich), Howell Jackson (Harvard Law School) Jan Pieter Krahnen (Goethe-Universität Frankfurt), Katja Langenbucher (Goethe-Universität Frankfurt), Niall Lenihan (Europäische Zentralbank), Tobias Linzert (Europäische Zentralbank) Niamh Moloney (London School of Economics), Laura Moretti (CFS und Research Center SAFE), Athanasios Orphanides (MIT), Marco Pagano (Universität Neapel), Isabel Schnabel (Universität Mainz), Frank Smets (Europäische Zentralbank), Tobias Tröger (Goethe-Universität Frankfurt)

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