Fingerabdruck neben dem House of Finance

Ein riesiger Fingerabdruck auf einer Fläche von rund 1500 Quadratmetern wird in Kürze zwischen dem Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und dem House of Finance entstehen. Der Entwurf der US-amerikanischen Künstlerin Pae White gewann einen Wettbewerb der Goethe-Universität Frankfurt zur künstlerischen Gestaltung des Campus Westend im Rahmen des Landesprogramms „Kunst am Bau“. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag, 11. Dezember, bekannt gegeben.

Pae White, Jahrgang 1963, wurde Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts mit ihren schwerelos anmutenden Mobiles bekannt. In ihren Arbeiten entwickelte sie Dialoge zwischen bildender Architektur und Design. Das für die Frankfurter Universität ausgedachte Objekt trägt den Titel „FingerPlinth“ („Finger-Sockel“). Es stellt einen überdimensionalen Fingerabdruck dar, dessen Linien als Sockel unterschiedlicher Höhe ausgebildet sind und somit an ein Labyrinth oder an ein Amphitheater erinnern.

Die „Fingerabdrucklinien“ werden nach Whites Konzept aus texanischem Hartkalkstein geschaffen, die aus einem Kiesbett ragen. Manche Sockel ähneln Pflastersteinen, andere „wachsen“ deutlich aus dem Grundniveau heraus. Das Ganze ist von einer goldschimmernden Bahn durchzogen. „FingerPlinth“ füge sich ein in das Verhältnis zwischen Mensch und Welt, erklärt die Künstlerin ihr Konzept. Damit passe es gut auf den Campus, auf dem etwa die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, die Geistes- und Sozialwissenschaften sowie die Psychologie zu Hause sind. Es soll ein Objekt mit Funktion sein: FingerPlinth bietet Raum zum Sitzen und Nachdenken, für Bewegung und für zufällige Begegnungen.

„Pae Whites ‚FingerPlinth‘ hat mir auf Anhieb gefallen“, sagte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl nach der Entscheidung. „Der riesige Fingerabdruck ist nicht nur originell und sinnfällig, sondern kann sich auch zu einem Forum der Begegnung am Übergang zwischen Campus Westend und Grüneburgpark entwickeln.“

Zu dem im September initiierten Wettbewerb waren namhafte deutsche und internationale Künstler eingeladen worden. Die Entwürfe sollten einen Bezug zur Universität, zu ihrer Umgebung und zur Geschichte, aber auch zu ihrer Diversität und Internationalität aufweisen, so der Ausschreibungstext. Acht Künstler beteiligten sich mit ambitionierten Entwürfen und Konzepten. Das Preisgericht bestand aus dem Kunstbeirat des Landes Hessen, dem Universitätspräsidenten Prof. Werner Müller-Esterl, dem Leiter des universitären Immobilienmanagements, Dr. Albrecht Fester, sowie Kunstsachverständigen mit beratender Funktion.