Steigende Renditen bei Aktien erwartet

Umfrage: Jahresprognose 2015, Finanzbranche rechnet mit Einschnitten bei Belegschaften / Vermögensverwaltung voraussichtlich rentabelstes Geschäftsfeld

In einer Prognose zur Entwicklung einzelner Anlageklassen im Jahr 2015 zeigt sich rund die Hälfte der Befragten von steigenden Renditen bei Aktien (MSCIWorld und DAX) überzeugt. Das ergab eine Umfrage des Center for Financial Studies (CFS) unter Finanzinstituten und Dienstleistern am Finanzplatz Deutschland. Pessimistisch wird hingegen die Entwicklung der Renditen von Anlagen in Renten (10Y Bundesanleihen) und Währungsanlagen in Euro (Dollar pro Euro) für das laufende Jahr bewertet.


Schwächeres Privatkundengeschäft für 2015 prognostiziert

Mit Blick auf die durchschnittliche Ertrags- und Rentabilitätsentwicklung einzelner Geschäftsbereiche im Bankensektor im Jahr 2015 ergibt sich aus den Einschätzungen der Befragten die gleich Rangfolge wie schon in der Jahresprognose für 2014: Vermögensverwaltung, gefolgt von Investment Banking, Firmenkunden- und Privatkundengeschäft. Eine Steigerung wird von den Teilnehmern vor allem in der Vermögensverwaltung (40%) und im Investment Banking (28%) erwartet. Gleichzeitig gehen 33% von einer negativen Entwicklung im Privatkundengeschäft aus.

„Die auffallend geringe Ertragsprognose für das Privatkundengeschäft im laufenden Jahr, die sogar noch schwächer ausfällt als die Prognose im Vorjahr, lässt besonders in diesem Bereich Reformdruck erwarten“, sagt Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies und wissenschaftlicher Leiter der Umfrage.

Weniger Mitarbeiter im Bankensektor wahrscheinlich

Mit Blick auf das Gesamtjahr erwartet eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer (64%) ein gleichbleibendes oder steigendes Geschäftsvolumen (Bilanzsumme plus Eventualverbindlichkeiten) im gesamten deutschen Bankensektor im Vergleich zum Vorjahr. 61% der Befragten erwarten, dass die Ertragslage auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr bleiben oder sich noch verbessern wird. Eine Mehrheit (66%) der Teilnehmer rechnet im laufenden Jahr mit einer Reduzierung der Belegschaften im deutschen Bankensektor.

22% der befragten Finanzinstitute und Dienstleister halten einen Anstieg der Einlagen von Nichtbanken bei Banken in diesem Jahr für wahrscheinlich, während 24% von einem Rückgang ausgehen. 33% erwarten hier keine Veränderung. In Bezug auf Einlagen von Banken bei anderen Banken geben knapp ein Drittel der Umfrageteilnehmer an, dass sie einen rückläufigen Trend erwarten, 41% rechnen mit keiner Veränderung gegenüber dem Vorjahr und nur 4% mit einer Zunahme. Die Höhe der Forderungen der Banken an Nichtbanken wird sich laut 45% der Umfrageteilnehmer in diesem Jahr im Vergleich zu 2014 nicht verändern. Jeweils rund 20% geben an, dass sie mit einem Anstieg bzw. Rückgang rechnen.