LOEWE-Zentrum SAFE erhält weitere Förderung

Das LOEWE-Zentrum SAFE im House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt wird weiter vom Land Hessen gefördert. Diese Entscheidung teilte das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst heute mit. Das Forschungszentrum SAFE – „Sustainable Architecture for Finance in Europe“ – beschäftigt sich mit der Analyse der europäischen Finanzmärkte und ihrer Regulierung und wird seit 2013 von der hessischen Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischen Exzellenz (LOEWE) gefördert. Für 2016 werden SAFE rund 5 Mio. Euro bereitgestellt, für die Jahre 2017 und 2018 weitere rund 10 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Das hat die LOEWE Verwaltungskommission auf Basis externer Gutachtervoten und der Förderempfehlungen des LOEWE-Programmbeirats entschieden.

„SAFE dient dem Ziel, Finanzmärkte nachhaltiger zu gestalten, das heißt Ihr ‚Eigenleben‘ im Sinne der Gesellschaft zu regulieren: eine zentrale Aufgabe der Politik, die hier von der Wissenschaft Impulse erfährt. Schön, dass diese wichtige Forschung eine Fortsetzung erfährt“, so die Präsidentin der Goethe-Universität Birgitta Wolff.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeit aus den vergangenen drei Jahren die wissenschaftlichen Gutachter und die Landesregierung überzeugt hat“, sagt auch Jan Pieter-Krahnen, Wissenschaftlicher Direktor von SAFE. „Die positive Zwischenevaluation bestärkt uns darin, unsere Vorhaben in den Bereichen Forschung und Politikberatung mit größtem Engagement weiter voranzutreiben und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass SAFE über die LOEWE-Förderung hinaus weitergeführt werden kann.“

Interdisziplinäre Forschergruppe nimmt Krisenanalyse und Zukunftsthemen in den Blick

SAFE hat sich zum Ziel gesetzt, die Anforderungen an einen optimalen Ordnungsrahmen für die europäischen Finanzmärkte und ihre Akteure zu erforschen. Um die Komplexität der Märkte und ihr Zusammenspiel mit Wirtschaft, Politik und Zentralbanken in allen wichtigen Komponenten erfassen zu können, setzt das LOEWE-Zentrum auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit von mehr als 30 Professoren, 26 Postdoktoranden, 40 wissenschaftlichen Mitarbeitern sowie einem Netzwerk von rund 70 Wissenschaftlern von Forschungseinrichtungen weltweit aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Mikro- und Makroökonomie, Recht, Marketing, Soziologie und Finanzmathematik.

Wesentliche Themenfelder sind dabei die Stabilität und Regulierung von Finanzinstituten, das Spar-, Konsum- und Anlageverhalten privater Haushalte, Handel und Preisbildung auf Finanzmärkten sowie die Geldpolitik und Stabilität öffentlicher Haushalte. Die Forscher widmen sich neben der Grundlagenforschung aktuellen Fragen, wie z. B. der Umsetzung der europäischen Banken- und Kapitalmarktunion, der Regulierung von Schattenbankenmärkten oder der Begrenzung systemischer Risiken. Aber auch Zukunftsthemen wie demografischer Wandel, Altersvorsorge und die Bewältigung gesellschaftlicher Ungleichheiten stehen im Blickfeld. In den ersten drei Jahren konnten SAFE Forscher bereits zahlreiche Forschungsergebnisse in hochrangigen internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften publizieren.

Policy Center unterhält Dialog mit Politikern, Zentralbanken und Regulierungsbehörden

Neben der Forschung ist es ein Kernanliegen von SAFE, durch professionelle Politikberatung auf Basis aktueller Forschungsergebnisse zu einer nachhaltigen, an Stabilität und Wachstum orientierten Politik beizutragen. Das SAFE Policy Center unterhält dazu einen kontinuierlichen Dialog mit hochrangigen Politikern und Vertretern von Zentralbanken und Regulierungsbehörden in Brüssel, Berlin und Wiesbaden/Frankfurt. Es trägt darüber hinaus durch eine Vielzahl attraktiver Veranstaltungen aktuelle Themen im Bereich der Finanzmarktregulierung in die Öffentlichkeit. Es ist ein wesentliches Ziel von SAFE, die in Deutschland übliche Trennung der wissenschaftlichen von der politischen Welt in seinem Themenbereich Finanzen zu überwinden, ohne die neutrale Rolle einer wissenschaftlichen Institution aufzugeben.