Staatsanleihenkäufe fordern die Bankenaufsicht heraus

Jan Pieter Krahnen, Direktor des Forschungszentrums SAFE und des Center for Financial Studies, weist anlässlich der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen im Sinne eines Quantitative Easing (QE) aufzukaufen, darauf hin, dass ein solcher Schritt in der aktuellen Situation nicht nur vor dem Hintergrund der Preisstabilität, sondern auch der Finanzstabilität betrachtet werden muss.

„Der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB zielt darauf, die Märkte mit mehr Liquidität zu versorgen, sodass Banken auf Basis dieser Mittel ihre Kreditvergabe erhöhen können“, so Krahnen. „Falls QE tatsächlich einen solchen Effekt hat und damit die Risikonahme und Verschuldung der Banken erhöht, wird das neu geschaffene, einheitliche Bankenaufsichtssystem dem entgegenwirken wollen. Denn seine Aufgabe ist es, für eine Verminderung von Risiken und eine Erhöhung des Eigenkapitals im Bankensektor zu sorgen.“