Bewährte Bankverbindung nutzt Kunden und Kreditgeber - Karriere-Preis für Abschlussarbeiten am HoF

Frankfurt am Main, 02 April 2009. Langjährige, intakte Geschäftsbeziehungen zwischen Banken und ihren Kunden zahlen sich für beide Seiten aus. Zu diesem Ergebnis kommt Markus Fischer vom House of Finance der Goethe-Universität in seiner Masterarbeit, für die er jetzt mit dem Karriere-Preis der DZ BANK Gruppe ausgezeichnet worden ist. Die empirische Studie trägt den Titel "Syndicate Structures and Loan Contract Terms: Evidence from US Syndicated Loans". Der 26-Jährige, der mittlerweile am E-Finance Lab im House of Finance promoviert, erhält für seinen ersten Platz in der Kategorie Master Thesis/Diplomarbeiten ein Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro. Beim Karriere-Preis werden insgesamt 24.000 Euro vergeben. Er gilt damit als höchstdotierter Hochschulpreis der deutschen Wirtschaft für herausragende akademische Abschlussarbeiten im Bereich Banking und Finance.

Für den nun zum achten Mal ausgelobten Preis hat die Jury, bestehend aus Vertretern der Wirtschaft und der Wissenschaft, alles in allem 168 Diplom-, Master- und Bachelor-Arbeiten begutachtet. Die Einsendungen stammten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, China und Südkorea. Zu den Bewertungskriterien gehörten der wissenschaftliche Aufbau, die Methodik sowie die Aktualität der behandelten Thematik. Eine Hauptrolle in der Untersuchung Fischers spielen die Syndicated Loans, also Konsortialkredite, bei denen mehrere Banken einem Kreditnehmer Geld leihen. Fischer hat für den Zeitraum 1987 bis 2007 rund 69.000 dieser Konsortialkreditgeschäfte in den USA analysiert. Das durchschnittliche Kreditvolumen eines dieser Kreditgeschäfte lag bei mehr als 200 Millionen Dollar.

Bei Konsortialkreditgeschäften gibt es auf Bankenseite in der Regel einen Konsortialführer. Wenn sich die Geschäftsbeziehung zwischen dieser Bank und einem Kunden über Jahre bewährt hat, schlägt das auch bei den neuen Transaktionen positiv zu Buche. Die Kunden bezahlen bei ihrer 'Hausbank' im Schnitt weniger als bei einer 'fremden' Bank. Für die Bank wiederum erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde ihr auch weiterhin treu bleibt. "Dieses empirische Ergebnis widerlegt eine weitverbreitete These, nach der die 'Hausbanken' ihre Sonderstellung ausnutzen und überhöhte Kosten verlangen", resümiert Markus Fischer.

Die Juroren des Karriere-Preises, die bei Fischer insbesondere die aufwendige Aufbereitung und Analyse der Daten hervorhoben, vergaben in diesem Jahr gleich zwei Auszeichnungen an das House of Finance. Neben Fischer gehört Jingjing Chai zu den Geehrten. Die heutige wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Finanzen belegt in der Kategorie Master Thesis/Diplomarbeiten hinter ihrem Kommilitonen den zweiten Platz. Der Titel ihrer Arbeit, für die sie ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro bekommt: "Analyse von Anspar- und Entnahmestrategien im stochastischen Lebenszyklus-Assetmodell'. Betreut wurde diese Arbeit von Prof. Raimond Maurer, Lehrstuhl für Investment, Portfolio Management und Alterssicherung. Betreuer der Master Thesis von Markus Fischer war Dr. Sascha Steffen vom Lehrstuhl für Bankbetriebslehre.