Griechische Forscher fordern ausreichend Zeit für Reformen

 

Griechische Wissenschaftler haben einen dramatischen Appell an die internationale Forschungsgemeinde gerichtet, Regierungen und internationale Organisationen für die Situation der griechischen Forschungslandschaft zu sensibilisieren. „Die geordnete Durchführung der dringend benötigten Reformen braucht Zeit“, heißt es in dem Appell des Nationalen Rates für Forschung und Technologie, dem Michalis Haliassos, Professor für Makroökonomie und Finanzmärkte am House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt, angehört sowie weitere renommierte Forscher u. a. des MIT, der London School of Economics und der Ecole Normale Superieure Paris. Eine Restrukturierung innerhalb weniger Wochen, wie von der internationalen Gläubigergemeinschaft gefordert, ließe sich nur durch willkürliche Kürzungen erreichen. Eine solche Maßnahme ohne vorherige Evaluationen würde jedoch die erhoffte zukünftige Erholung des gesamten Landes gefährden.

 „Es besteht kein Zweifel, dass umfangreiche Reformen auch in der griechischen Forschungsinfrastruktur nötig sind“, sagt Michalis Haliassos. Eine flächendeckende Kürzung von Forschungspersonal sowie unbedachtes Schließen oder Fusionieren von Forschungszentren hätten indes katastrophale Folgen für das langfristige Ziel, die Grundlagen für künftiges Wachstum zu schaffen. „Die internationalen Gläubiger müssen Druck ausüben für Reformen, sie dürfen jedoch nicht ungeduldig und unvernünftig sein, was den Zeitrahmen angeht. Der Patient muss geheilt und sollte nicht durch eine Überdosis getötet werden“, so Michalis Haliassos.