Gründung der Graduate School of Economics, Finance, and Management (GSEFM)

Frankfurt am Main, 02.12.08. Die ›Graduate School of Economics, Finance, and Management‹ bietet Programme für herausragende Studierende und Doktoranden auf höchstem Standard und mit internationalem Fokus. Ziel ist die Ausbildung wissenschaftlich reflektierter Ökonomen. Auf diese Weise erweitert die School die Graduiertenausbildung im House of Finance", so der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Rudolf Steinberg, gestern Abend vor über hundert geladenen Gästen bei der Eröffnung der Graduiertenschule, die in Kooperation der Universität Frankfurt und der Johannes-Gutenberg Universität Mainz bald bis zu 200 Promovenden und 80 Master-Studierenden aus der ganzen Welt eine erstklassige englischsprachige Ausbildung in der Volkswirtschaftslehre, der Finanzwirtschaft und im Management bieten wird.

"Wäre die Graduiertenschule vor 20 Jahren gegründet worden, dann hätte ich wohl nicht so weit reisen müssen, um mein Studium fortzusetzen", sagte Prof. Dirk Bergemann, Ph.D., Ordinarius für Volkswirtschaftskehre an der Yale University, der sein Vordiplom in Wirtschaftswissenschaften an der Goethe-Universität absolvierte und sein Studium dann an der Graduiertenschule der University of Pennsylvania fortsetzte. Durch die Gründung der ›Graduate School of Economics, Finance, and Management‹ (GSEFM) soll in Frankfurt als dem wichtigsten kontinentaleuropäischen Standort für Finanzmärkte und Zentralbankwesen eines der führenden europäischen Zentren für die Doktorandenausbildung entstehen. Der Gründungsdekan der GSEFM, Prof. Michael Binder, Ph.D, wies darauf hin, dass "die Gründung der Graduiertenschule zu einem Zeitpunkt kommt, zu dem zu erwarten steht, dass das europäische Gewicht in der Erörterung internationaler wirtschafts- und finanzpolitischer Fragen deutlich stärker als in der Vergangenheit sein wird, und die Intensivierung der Ausbildung von innovativen Experten in diesen Fragen diesen Prozess nur wird unterstützen können".

Ziel der GSEFM ist es, hervorragende Ökonomen auszubilden, die in der Lage sind, eine wissenschaftliche Laufbahn an renommierten Universitäten einzuschlagen oder ihre Expertise an anderen Institutionen des öffentlichen oder privaten Sektors einzubringen. Die Anforderungen der mit Frankfurter und Mainzer Professoren besetzten Auswahlkommission sind hoch: Die neu aufgenommenen Studierenden sollen nach Möglichkeit zu den besten zehn Prozent ihres Jahrgangs mit Studienabschlüssen vorwiegend im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, aber unter Umständen auch der Ingenieurwissenschaften oder der Mathematik gehören. Das Studienprogramm baut auf den englischsprachigen "Master in Quantitative Economics" und "Ph.D. in Economics"-Programmen auf; diese beiden Programme des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe Universität haben sich in den vergangenen Jahren bereits bewährt. Derzeit nehmen daran insgesamt etwa 180 Studierende teil; 45 Prozent der Studierenden sind Frauen, etwa 60 Prozent kommen aus dem Ausland (aus 30 Ländern). Aus Sicht von Prof. Binder "hilft der internationale Charakter der Studienprogramme wesentlich, die Studierenden auf die Herausforderungen global verflochtener Entscheidungsstrukturen und Märkte vorzubereiten".

Dank der neuen Struktur in der GSEFM sollen die talentierten Master-Studierenden und Doktoranden noch besser betreut werden. Die GSEFM wird durch engere Kooperation mit den Rechts- und Sozialwissenschaften zusätzliche Spezialisierungsangebote anbieten. Darüber hinaus wird die finanzielle Förderung der Promovenden mit der Gründung der GSEFM auf eine breitere Basis gestellt werden. Das Anfangsbudget der GSEFM wird aus Fördermitteln der Länder Hessen und Rheinland Pfalz, der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie privaten Stiftungen der Citigroup Foundation und von SEB Asset Management bestehen. Alle Lehrveranstaltungen der neuen Graduiertenschule finden in den neuen Gebäuden auf dem Campus Westend statt, etwa 50 der Studierenden im ersten und zweiten Jahr des Programms werden im dortigen House of Finance Arbeitsplätze erhalten. Promovenden ab dem dritten Studienjahr werden als Assistenten an der Goethe-Universität Frankfurt oder der Johannes Gutenberg Universität Mainz angestellt und sich in die Lehr- und Forschungstätigkeiten beider Universitäten einbringen.

Der Anschluss an die angelsächsischen Standards sei damit geschafft, so Prof. Binder, was sich auch positiv auf das internationale Ranking der beteiligten Fachbereiche auswirken werde. Diese Rangordnungen orientieren sich maßgeblich an der Qualität der Doktorandenprogramme, und zwar sowohl an der Güte der Forschungsarbeiten sowie an der Platzierung der Absolventen im universitären wie im privatwirtschaftlichen Bereich.