LOEWE-Antrag "Personal-Finance" des House of Finance erreicht Endgruppe der 3. Staffel

Wiesbaden, 17. Juni 2009 - Das hessische Forschungsförderungsprogramm LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz – läuft auf Hochtouren: Der Programmbeirat und die Verwaltungskommission haben jetzt die in der dritten Auswahlrunde von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen eingereichten 23 Antragsskizzen gesichtet und erörtert.

Die beiden Gremien entschieden gemeinsam, dass ein Antragsteller für ein LOEWE-Zentrum (Förderlinie 1) und elf Antragsteller für LOEWE-Schwerpunkte (Förderlinie 2) dazu aufgefordert werden, ihre Antragsskizzen zu so genannten Vollanträgen auszuarbeiten und bis zum 1. Dezember 2009 im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst einzureichen.

In der Förderlinie 2 befindet sich auch der LOEWE-Schwerpunkt "Personal Finance" des House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt, welcher federführend von Professor Roman Inderst eingebracht wurde. Private Haushalte müssen heute zunehmend eigenständige Finanzentscheidungen treffen. Die Finanzkrise hat Schwächen bei der Versorgung der Haushalte mit Finanz- und Versicherungsprodukten deutlich gemacht, wie etwa unzureichende Aufklärung oder unzulängliche Beratung. Die bisherigen Maßnahmen auf europäischer Ebene, welche die rechtlichen Rahmenbedingungen auf diesem Gebiet verbessern sollen (zum Beispiel die EU-Finanzmarktrichtlinie oder die EU-Verbraucherkreditrichtlinie), stellen noch keine Läsung für dieses Problem dar. Der politischen Relevanz und dem aktuellen Interesse an Fragen von "Retail/Personal Finance" steht bisher nur eine geringe wissenschaftliche Aufarbeitung in den Fachdisziplinen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften gegenüber. Das Projekt soll diese Lücke schließen und langfristig einen international sichtbaren Forschungsschwerpunkt im Bereich "Personal Finance" institutionalisieren,welcher sich mit dem Kauf von Finanz- und Versicherungsprodukten durch Privathaushalte beschäftigt. Leitidee ist dabei die Frage nach der "optimalen" Gestaltung von Rechtsnormen, Aufsichtseinrichtungen und sonstiger Regulierung, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt des Verbraucherschutzes.

In dem wettbewerblich organisierten Auswahlverfahren werden dieser Antrag sowie alle anderen Antragsprojekte nun im Frühjahr 2010 von externen Gutachtergruppen jeweils an Ort und Stelle begutachtet. Auf der Basis der Vollanträge und der Gutachterberichte wird der Programmbeirat im Frühsommer 2010 Förderempfehlungen aussprechen, die dann die Grundlage für die endgültigen Förderentscheidungen der Verwaltungskommission bilden werden.

Weitere Informationen:

www.hmwk.hessen.de