Neues Wissenschaftszentrum für Versicherungsaufsicht in Europa eröffnet

Weltweit einmalige Einrichtung am House of Finance der Goethe-Universität

 

FRANKFURT. Mit der Einweihung des International Center for Insurance Regulation (ICIR) am 24. November hat an der Goethe-Universität ein weltweit einmaliges Wissenschaftszentrum für Versicherungsregulierung die Arbeit aufgenommen. Das ICIR soll neueste Entwicklungen und Erkenntnisse zum Thema Versicherungsaufsicht bündeln und im Rahmen unabhängiger Forschung weiterentwickeln. Es strebt an, zusammen mit der Goethe Business School die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Regulierungsbehörden und Versicherungsunternehmen zu tragen.
Geleitet wird das Institut von Prof. Helmut Gründl, der zuvor seit 1999 den Dr. Wolfgang Schieren-Lehrstuhl für Versicherungs- und Risikomanagement an der Humboldt-Universität Berlin inne hatte. Gründl, der in Passau promoviert wurde und sich dort auch habilitierte, forscht unter anderem zu Fragen des Risikomanagements von Versicherungsunternehmen und der der Altersvorsorge. An der Goethe-Universität plant er diese Themen weiter auszubauen: „Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben in Frankfurt und will mit all meiner Kraft dazu beitragen, dass aus dem ICIR eine Erfolgsstory am House of Finance der Goethe-Universität wird“, so Gründl.

In Kooperation mit dem Institut für Versicherungsrecht der Universität, das von Prof. Manfred Wandt geleitet wird, umfasst das International Center for Insurance Regulation (ICIR) eine einmalige Konzentration von Kompetenzen in Fragen der Versicherungsregulierung. Darüber hinaus profitiert das ICIR von der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Forschungsbereichen „Finanzen, Geld und Währung“ sowie „Recht der Unternehmen und Finanzen“ im House of Finance. Exzellente Voraussetzungen dafür, eine Diskussionsplattform für Entscheidungsträger aus Regulierungsbehörden, Politik und der Versicherungswirtschaft aufzubauen, entstehen durch die räumliche Nähe zur neu eingerichteten European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) und der Europäischen Zentralbank mit dem Systemic Risk Board. Das ICIR wird in den kommenden zehn Jahren jeweils zu gleichen Teilen vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) und dem Land Hessen gefördert.
Prof. Wolfram Wrabetz, der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für den Versicherungsbereich, erklärte anlässlich der Eröffnung: „Die neuen versicherungswissenschaftlichen Einrichtungen an der Goethe-Universität haben unseren Anspruch, Frankfurt als europäisches Aufsichtszentrum zu etablieren, wesentlich unterstützt und gefestigt. Wir haben damit gegenüber London und Paris, was die akademische Auseinandersetzung mit dem neuen Aufsichtssystem anbelangt, die Nase vorn."

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wies in diesem Zusammenhang auf die einzigartige Möglichkeit zur Vernetzung von Aufsichtsbehörden, Versicherungswirtschaft und Wissenschaft in Frankfurt am Main hin. „Die Deutsche Versicherungswirtschaft begrüßt es außerordentlich, dass es gelungen ist, am Sitz der künftigen Europäischen Versicherungsaufsichtsbehörde auch im wissenschaftlichen Bereich ein Kompetenzzentrum im Bereich des Versicherungsaufsichtsrechts zu schaffen, das im internationalen Dialog über die Neuordnung der Finanzmärkte wesentliche Impulse geben wird“, betonte Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, der Hauptgeschäftsführer des GDV.
Für den Wirtschaftswissenschaftler und Universitäts-Vizepräsidenten Prof. Rainer Klump stellt die Ansiedelung des Instituts eine wertvolle Erweiterung des bisherigen Forschungs-Fokus im Bereich der Versicherungswirtschaft dar: „Mit dem ICIR wird die interdisziplinäre Forschung im House of Finance der Goethe-Universität gestärkt. Durch die Arbeit im ICIR und der Vernetzung mit den Regulierungsbehörden und der Praxis werden drängende aktuelle Fragestellungen in Angriff genommen.“

Informationen: Prof. Helmut Gründl, International Center for Insurance
Regulation (ICIR), House of Finance, Campus Westend, Tel: (069) 798-33690, gruendl@finance.uni-frankfurt.de