"Rettungsstrategie ohne Moral Hazard" - Neues White Paper der Policy Platform online

Die Finanzkrise 2007-2010 hat alle Beteiligten, darunter Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und auch die Finanzindustrie selbst, unvorbereitet getroffen. Obwohl ein Zusammenbruch des Bankensystems – mit Ausnahme von Island – verhindert werden konnte, werden die ergriffenen Maßnahmen allgemein als ungeeignet für eine zukünftige Krisenpolitik angesehen. Der Haupteinwand bezieht sich auf die enormen Anreize für Fehlverhalten („moral hazard“), die mit staatsfinanzierten Rettungsmaßnahmen verbunden sind.

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangenen zweieinhalb Jahre entwerfen Prof. Jan Pieter Krahnen (Foto oben) und Prof. Helmut Siekmann (Foto unten) in einem neuen White Paper der Policy Platform im House of Finance ein Konzept zur Krisenprävention und Krisenintervention, welches darauf angelegt ist, sowohl auf die Krise einzelner Institute wie auch auf die Krise eines ganzen Bankensystems konsistent, wirkungsvoll und ordnungspolitisch „sauber“ zu reagieren.

Dabei bedeutet „konsistent“, dass die kurzfristig ergriffenen Maßnahmen (Krisenintervention) und die langfristigen Maßnahmen (Krisenprävention) sich gegenseitig ergänzen, und nicht sich widersprechen. Mit ordnungspolitisch „sauber“ ist eine Politik gemeint, die weder Fehlanreize erzeugt noch den Wettbewerb grob verzerrt.

Die von den Autoren unterbreiteten Vorschläge bauen so weit wie möglich auf den bereits heute vorhandenen Instrumenten und Institutionen auf. Im Gegensatz zu anderen Konzepten, die einen vollständigen Neubeginn in Betracht ziehen und einen weitgehenden, „strukturellen“ Umbau der Finanzinstitutionen vorsehen, beschränken Prof. Krahnen und Prof. Siekmann die Schaffung neuer Instrumente und Institutionen auf ein Minimum.

Download des White Papers:
"Rettungsstrategie ohne Moral Hazard – Versuch eines Gesamtkonzepts zur Bankkrisenvermeidung"