Studie empfiehlt Maßnahmen für bessere Anlageberatung

In einer Studie für das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat eine Forschergruppe aus dem House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt Vorschläge vorgelegt, um den Kundennutzen von Anlageberatung zu verbessern. Die Forschergruppe um die Professoren Andreas Hackethal und Roman Inderst geht dabei davon aus, dass sich die Qualität von Beratung zum einen an einer verlässlichen Risikosteuerung, zum anderen am Erreichen einer fairen Rendite bemisst. Außerdem müsse die Qualität der Anbieter vergleichbar sein. „Bislang ist das Preisleistungsverhältnis der einzelnen Beratungsangebote für Anleger in Deutschland wenig transparent“, stellt Co-Autor Andreas Hackethal, Professor für Finanzen, fest.

Um die Transparenz im Beratungsmarkt zu erhöhen, schlägt die Wissenschaftlergruppe zwei Maßnahmen zunächst für Wertpapieranlagen vor. Der erste Schritt setzt auf mehr Informationsrechte für die Verbraucher. Sie sollen von ihrem Finanzdienstleister sämtliche Depotbuchungsdaten aus dem letzten Jahr in einem standardisierten elektronischen Format einfordern dürfen. Eine zentrale Auswertungsstelle soll aus diesen Daten Kennzahlen errechnen, die Transparenz über die erzielten Nettoerträge sowie die eingegangenen Risiken herstellen. Es ist davon auszugehen, dass zunächst besser informierte Kunden diese Möglichkeit nutzen werden. Die Autoren diskutieren zudem Möglichkeit, dass Anlagekunden einmal jährlich standardisierte und leicht verständliche Kennzahlen zu Depotrisiko und -rendite von ihrem Finanzdienstleister erhalten. Eine solche Verpflichtung sollte allerdings erst nach Auswertung der ersten Erfahrungen mit den neuen Informationsrechten umgesetzt werden.

Die Studie stellt zudem Möglichkeiten zur legislativen Umsetzung beider Maßnahmen vor und diskutiert Erweiterungen auf Bankeinlagen und Versicherungsprodukte. „Ich sehe gute Chancen, dass eine so gewonnene Leistungstransparenz Privatanlegern mehr Autonomie ermöglicht“, so Andreas Hackethal. „Dadurch wird sich dann auch der Nutzen der Anlageberatung verbessern.“

Die Studie zum Download