Finanzindustrie weist Kritik an deutschem Leistungsbilanzüberschuss zurück

Umfrage: Beschwerden der EU-Kommission nicht berechtigt / Unterschiede in den Leistungsbilanzen der EU-Mitgliedstaaten keine Gefahr für Stabilität

 

Die große Mehrheit der Entscheider aus Finanzinstituten und Dienstleistern am Finanzplatz Deutschland weist die Kritik der EU-Kommission und anderer Institutionen an den anhaltenden Überschüssen in der deutschen Leistungsbilanz zurück. In einer Umfrage des Center for Financial Studies bezeichnen 86 Prozent der Befragten die Kritik als weniger oder gar nicht berechtigt.

 

Gut die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer hält dauerhafte Leistungsbilanzungleichgewichte einzelner Mitgliedsländer mit Blick auf die Stabilität der Eurozone für nicht schädlich. „Eine klare Mehrheit sieht in den Leistungsbilanzsalden keinen Ausdruck von bevorstehender wirtschaftlicher Krise", kommentiert Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies.

 

Grafik Ungleichgewichte1 dt klein

 

Unter mehreren möglichen Maßnahmen, die geeignet sind, um die anhaltenden Überschüsse in der deutschen Leistungsbilanz abzubauen, votierten 50 Prozent der Befragten für eine Steigerung der privaten Investitionen, 44 Prozent für eine Ankurbelung des privaten Konsums, 26 Prozent für eine Erhöhung der öffentlichen Investitionen, 22 Prozent für eine Liberalisierung des Dienstleistungssektors und 10 Prozent für eine Steigerung des Arbeitskräfteangebots.