Gutes Bildungssystem und Rechtssicherheit wichtiger als Lohnniveau

Umfrage: Finanzindustrie fordert solide Strukturbedingungen in südeuropäischen Krisenländern / Lohnniveau weniger wichtig / „Widerspruch zur öffentlichen Debatte"

 

Welche Faktoren spielen bei der Entscheidung, in einem der südeuropäischen Krisenländer zu investieren, eine Rolle? In einer Umfrage des Center for Financial Studies bezeichnen rund 90 Prozent der Entscheider aus Finanzinstituten und Dienstleistern am Finanzplatz Deutschland die Faktoren Rechtssicherheit, gutes Bildungssystem/Humankapital sowie solide Infrastruktur als wichtig oder sehr wichtig. Jeweils gut vier Fünftel der Befragten halten zudem solide Staatsfinanzen, geringe Regulierung, bzw. Bürokratie sowie ein attraktives Steuersystem für wichtig oder sehr wichtig. 65 Prozent finden flexible Arbeitsmarktstrukturen wichtig, bzw. sehr wichtig. Ein geringes Lohnniveau bezeichnet dagegen eine Mehrheit von 64 Prozent als weniger wichtig, bzw. nicht wichtig.

 

Grafik Investitionshemmnisse dt

 

„Unsere Ergebnisse stehen im Widerspruch zur öffentlichen Debatte, die sehr stark auf das Thema reale Wechselkurse fokussiert", kommentiert Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies und wissenschaftlicher Leiter der Umfrage. „Für Investitionen in Krisenländern werden gute Rahmenbedingungen im Bereich Rechtssicherheit und Bildung als deutlich gewichtiger angesehen als das Lohniveau. Hier sollte der Reformprozess in den südeuropäischen Ländern ansetzen: Strukturreformen statt weitere Lohnkürzungen."