Historie

Das House of Finance wurde 2008 im Zuge der ersten Ausbaustufe des Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt eröffnet. Damit erhielt die in den zurückliegenden Jahren an der Goethe-Universität bereits stark gewachsene Finanzforschung an Deutschlands führendem Finanzplatz ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum, an dem sich das Zusammenwirken mehrerer Geld- und Finanz-bezogener universitärer Abteilungen bzw. Professuren der Wirtschafts- und der Rechtswissenschaften, Forschungsinstitute und Weiterbildungseinrichtungen verdichtete, um in einem fruchtbaren Miteinander neue Forschungs- und Transferaktivitäten hervorzubringen. 

So stand der Name „House of Finance“ von Beginn an nicht nur für ein Gebäude, in das drei universitäre Abteilungen bzw. Schwerpunktbereiche der Wirtschafts- und der Rechtswissenschaften, sowie mit dem Center of Financial Studies (CFS, gegründet 1967 als Institut für Kapitalmarktforschung), dem E-Finance-Lab (seit 2003), sowie dem 2007 eingerichteten Institute for Monetary and Financial Stability, drei Forschungsinstitute und die beiden Weiterbildungseinrichtungen Institute for Law and Finance (ILF, gegründet 2002) und Goethe Business School (GBS, 2004) einzogen. Vielmehr ist das „HoF“ auch als Inkubator und Knotenpunkt für die Forschung und den Wissenstransfer konzipiert. Es spielt somit die Weitergabe von Know-How an Politik und Praxis und das Hineinwirken in Wirtschaft und Gesellschaft eine zentrale Rolle. 

Das House of Finance avancierte nicht zuletzt über zahlreiche Veranstaltungsreihen, wie zum Beispiel die seit 1999 organisierte „The ECB and Its Watchers“- Konferenz des IMFS, die ILF-Konferenzen über „The Future of the Financial Sector“ oder die CFS Presidential Lectures, zu einem Zentrum der Begegnung von internationaler Finanzforschung und Akteuren aus Politik und Praxis. Der Politikberatung nahm sich im Zuge der globalen Finanzkrise die eigens gegründete „Policy Platform“ an. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem House of Finance wurden Mitglied in Beratungs- bzw. Expertengremien der Politik wie z.B. der Liikanen-Kommission zur Neuorganisation des europäischen Bankensektors (Jan Krahnen) oder dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, den "Wirtschaftsweisen“ (Volker Wieland). Durch die Gründung des International Center for Insurance Regulation (ICIR) im Jahr 2010 erfuhr der Ausbau des HoF weitere Impulse. 2013 ging auf Initiative des CFS und der Abteilung Finanzen der Goethe-Universität, finanziert mit Mitteln aus dem hessischen Forschungs-Förderprogramm LOEWE (Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) das Exzellenzzentrum SAFE an den Start. Das House of Finance wuchs dadurch um weitere fünf Professuren sowie 13 Assistenzprofessuren und zahlreiche wissenschaftliche Mitarbeitende. Der Name SAFE als Acronym für „Sustainable Architecture for Finance in Europe“ bleibt auch für das 2019 aus dem LOEWE-Zentrum hervorgegangene Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung Programm und verweist auf den Auftrag, Dank exzellenter Forschung unter Einbeziehung des wissenschaftlichen Nachwuchses dazu beizutragen, dass der Finanzsektor gegen tiefgreifende Verwerfungen gewappnet wird und eine wohlfahrtsfördernde Rolle ausfüllt.

Von dieser Ausweitung und Verdichtung wissenschaftlicher Exzellenz profitiert auch die 2015 im House of Finance gegründete Graduate School for Economics, Management and Finance (GSEFM), die quantitative und forschungsorientierte Doktorandenprogramme anbietet.

Schließlich war auch die Einrichtung der DFG-Kollegforschungsgruppe „Foundations of Law and Finance“ (LawFin), die die methodische und inhaltliche Verschränkung der beiden Disziplinen zum Programm erhebt, im Jahr 2018 Ausdruck des fruchtbaren interdisziplinären Ökosystems „House of Finance“. Die für das House of Finance kennzeichnende Interdisziplinarität reicht inzwischen weit über die Grenzen der hier angesiedelten Forschungseinheiten hinaus und erstreckt sich auf weitere Abteilungen der Wirtschaftswissenschaften wie z.B. Marketing, Accounting, Wirtschaftsinformatik, Management & Mikroökonomik, Wirtschaftspolitik & Quantitative Methoden, sowie auf andere Fachbereiche und Zentren der Goethe-Universität im Sinne der fachübergreifenden Kooperation einer Volluniversität.

Weitere Details zu den einzelnen Abteilungen und Einrichtungen finden Sie hier.